Interview zum Buch "Niemals pleite: Alles über die ersten eigenen Finanzen" (Organisation Haushalt)

Interview zum Buch "Niemals pleite: Alles über die eigenen Finanzen" (Organisation Haushalt)

Für finanzielle Fragen habe ich gleich drei Freundinnen, die sich beruflich mit diesem Thema beschäftigen - und die ihren Rat auch gerne weitergeben.

 

Meine Freundin Anne ist Schuldnerberaterin und hat Ihnen und mir im Gastartikel Ihre 6 Tipps für den Umgang mit Geld vom Profi verraten und Barbara Kettl-Römer hat gemeinsam mit Cordula Natusch sogar einen Ratgeber für junge Leute zum Thema Geld geschrieben.

 

Das Buch heißt Niemals pleite: Alles über die ersten eigenen Finanzen* und ich habe Barbara ein paar Fragen dazu gestellt:

Interview zum Buch "Niemals pleite: Alles über die ersten eigenen Finanzen"

"Niemals pleite: Alles über die ersten eigenen Finanzen" von Cordula Natusch und Barbara Kettl-Römer
"Niemals pleite: Alles über die ersten eigenen Finanzen" von Cordula Natusch und Barbara Kettl-Römer

Du bist Autorin eines Geldratgebers, der sich an junge Haushaltsgründer richtet. Warum brauchen gerade junge Leute ein ganzes Buch mit Ratschlägen dazu, wie sie mit Geld umgehen sollen?

 

Naja, mit Geld gut umzugehen ist natürlich ein Thema, das einen ab dem Erwachsenwerden lebenslang beschäftigt. Aber junge Leute, die von zuhause ausziehen, selbst Geld verdienen und damit ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, stehen schon vor besonderes Herausforderungen.

 

Inwiefern?

 

Die meisten haben ja vorher schon Taschengeld bekommen und auch eigenes Geld verdient, sei es mit einem Nebenjob oder in der Ausbildung, als sie noch zuhause gewohnt haben. 500 oder 600 Euro im Monat beispielsweise sind für einen Azubi viel Geld, wenn davon nur Telefon, Kleidung, Ausgehen und Buskarte bezahlt werden.

 

Es ist aber ziemlich wenig, wenn es auch für Miete und Essen reichen muss. Dann kommen eine Menge Ausgaben dazu, an die man erst einmal gar nicht denkt, weil sie bisher nicht (selbst) bezahlt werden mussten: Strom, Haushaltsartikel, Versicherungen zum Beispiel. Plötzlich muss genau gerechnet und geplant werden. Da fehlt oft die Erfahrung, aber auch das Grundlagenwissen.

 

Wie soll man denn seine Finanzen planen?

 

Ganz wichtig ist es, sich erst einmal eine realistische Übersicht über Einnahmen und Ausgaben zu verschaffen. Jetzt, am Jahresanfang, empfehle ich, eine Jahresübersicht aufzustellen, in die für jeden Monat die bereits feststehenden Ausgaben eingetragen werden. Und zwar neben Miete, Kreditraten und Telefonflat auch diejenigen Ausgaben, die nicht monatlich anfallen, etwa Versicherungsbeiträge oder die Kfz-Steuer. Sonst kann es passieren, dass „aus heiterem Himmel“ eine Zahlung geleistet werden muss, für die kein Geld beiseitegelegt wurde.

 

In diesem Zusammenhang sollte man auch gleich nachrechnen, wie viel eigentlich nach Abzug der Fixkosten für den sonstigen Lebensunterhalt übrig bleibt. Manchmal sind die Fixkosten nämlich so hoch, dass einfach nicht genug Geld für den sonstigen Lebensunterhalt übrig bleibt. Wer das frühzeitig erkennt, kann gegensteuern.

 

Das klingt aber aufwendig …

 

Ja, es klingt erst mal nicht sexy. Aber kein Geld mehr für Ausgehen oder gar für Essen übrig zu haben, ist ja auch nicht gerade toll. Und die Planung ist kein Hexenwerk. Meine Co-Autorin Cordula Natuschzeigt das in unserem Buch an einem konkreten Fallbeispiel und hat eine Vorlage erstellt, mit der die Jahresübersicht schnell erledigt ist.

 

Und welche Tipps habt ihr sonst noch für junge Leute in Sachen Finanzen?

 

Jede Menge! Wir zeigen, wie man ein Haushaltsbuch führt und sich damit eine Menge Geld spart, wie Fixkosten gesenkt werden können, aber auch, welche

 

Versicherungen junge Leute unbedingt haben sollten und auf welche sie getrost verzichten können. Es gibt auch jeweils ein eigenes Kapitel dazu, wie man größere Anschaffungen am besten finanziert und wie die ersten Schritte zum Sparen und Vorsorgen aussehen können.

 

Welche Versicherungen brauchen Haushaltsgründer denn unbedingt?

 

Versicherungen sind da unverzichtbar, wo sie existenzielle Lebensrisiken absichern und damit Ereignisse, die einen finanziell komplett ruinieren können. Deswegen gibt es ja die gesetzliche Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

 

Darüber hinaus raten wir zum Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung und einer Haftpflichtversicherung. Erstere sichert junge Menschen für den Fall ab, dass z. B. wegen einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls der Lebensunterhalt nicht mehr durch eigene Arbeit finanziert werden kann. Die Haftpflichtversicherung schützt gegen teure Folgen eigener Fehler. Schon eine einzige weggeworfene Zigarette oder eine ähnlich banale Handlung kann schließlich einen Millionenschaden zur Folge haben, den man in seinem ganzen Leben nicht ausgleichen kann.

 

Vielen Dank für das Interview, liebe Barbara.


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Kommentare: 2
  • #1

    Artur (Freitag, 10 Februar 2017 20:46)

    Interessantes Interview mit wertvollen Tipps, gerade was die Versicherungen angeht. Leider hat man oft das Gefühl, zu viel aufgeschwatzt zu bekommen. Aber wenn dann doch mal der Fall eintritt...

    Liebe Grüße, Artur

  • #2

    Organisation mit Sabine (Samstag, 11 Februar 2017 08:53)

    Ja, da ist die Entscheidung manchmal gar nicht so leicht. Am Ende hilft nur abwägen, da wir die Zukunft alle nicht kennen.
    Vielen Dank für deinen Kommentar und liebe Grüße
    Sabine