Erkältung? - Wann kann man noch arbeiten und wann bleibt man besser zuhause?

Erkältung, Schnupfen und Grippe sind in diesem Winter bei uns im Büro und in der Schule meiner Kinder Gesprächsthema Nummer 1. Was ist der Unterschied zwischen Grippe (viele Menschen gehen leider sehr leichtfertig mit dem Begriff um) und Erkältung? Wann kann und soll man zum Arbeiten ins Büro und in die Schule und wann bleibt man lieber zuhause? Beides erklärt der Gastartikel von erkaeltet.info:

Sie wachen morgens auf, Ihr Hals tut weh, Ihre Nase ist verstopft, Sie können die Augen kaum offen halten. Es braucht keinen Arzt, um Ihnen zu diagnostizieren: Sie haben sich eine Erkältung, oder schlimmer noch, eine Grippe zugezogen. Was nun?


Hüten Sie das Bett oder spielen Sie den Helden bzw. die Heldin und schleppen sich trotz Krankheit ins Büro? Wir alle kennen das Bedürfnis, die Zähne zusammenzubeißen, Husten und Schnupfen keine Beachtung zu schenken und erhobenen Hauptes den Kollegen zu zeigen: Seht her, ich halte durch. Warum es aber meistens doch klüger ist, mit einer Erkältung (grippaler Infekt) oder Grippe (Influenza) zu Hause zu bleiben und was Sie dabei beachten sollten, lesen Sie hier.

Schützen Sie ihre Kollegen

Achtung, Ansteckungsgefahr! Grippe und Erkältung werden durch Viren übertragen, die die Epithelzellen, also die Schleimhäute der Atemwege, befallen und sich dort vermehren. Meist sind Rhinoviren die Auslöser von Erkältungen, die Grippe dagegen wird durch Influenzaviren verursacht. Beide sind hochansteckend. Im Nasen-Rachen-Sekret des Erkrankten sammeln sich die Krankheitserreger. Durch Niesen, Husten und Sprechen gelangen Tröpfchen des infizierten Sekrets in die Luft und können dann von anderen Mitmenschen eingeatmet werden. Man spricht deshalb von einer sogenannten Tröpfcheninfektion. Es genügt schon eine geringe Menge der Viren, um die entsprechenden Symptome auszulösen. Auch an Türklinken, Telefonhörern, Aufzugknöpfen oder Computertastaturen können die Erreger lauern. Von dort gelangen sie an die Hände und sobald der Betroffene Augen, Mund oder Nase berührt, auch in den Körper.


Dummerweise können Erkältung und Grippe bereits zwei Tage vor Ausbruch, also vor Auftreten der ersten Symptome ansteckend sein. Selbst wenn Sie also, sobald Sie das erste Mal niesen, fluchtartig das Büro verlassen, ist es möglich, dass Sie Ihren Büronachbarn bereits infiziert haben. Etwa eine Woche nach Ausbruch der Krankheit endet die akute Ansteckungsgefahr, also ungefähr dann, wenn auch die Symptome langsam abklingen. [1] [2] [3]


Sollten Sie also morgens mit eindeutigen Krankheitszeichen erwachen und sich dennoch zwingen, ins Büro zu gehen, gefährden Sie nicht nur sich selbst, sondern vor allem auch Ihre Kollegen. Selbst wenn Ihre eigene Erkrankung unkompliziert verläuft, kann eine virale Infektion insbesondere für Schwangere, ältere Menschen oder Kollegen mit Immunschwäche weitaus weniger harmlos verlaufen, als bei Ihnen. Die nicht zu unterschätzende Influenza kann Lungenentzündungen, Herzschwächen oder chronische Erkrankungen nach sich ziehen, wenn sie kompliziert verläuft und muss deshalb sogar dem Gesundheitsamt gemeldet werden, sobald sie vom Arzt diagnostiziert wird. [1]

Schützen Sie sich selbst!

Erkältung und Grippe sind nicht dasselbe. Während eine Erkältung meist harmlos verläuft und höchstens unangenehm, in der Regel aber nicht lebensbedrohlich für den Erkrankten ist, sollten Sie bei einer Grippe unbedingt den Arzt aufsuchen. Für den Laien sind beide Erkrankungen schwer voneinander zu unterscheiden. Grob können Sie sich aber an die folgende Richtlinie halten: Wenn Sie nicht nur unter leichten Kopfschmerzen und erhöhter Temperatur leiden, sondern starke Rücken- und Gliederschmerzen aushalten müssen, wenn das Fieber vor allem gegen Abend über 38 º C steigt, dann haben Sie wahrscheinlich eine Grippe. Sie fühlen sich dann richtig krank und könnten, selbst wenn Sie es wollten, nicht zur Arbeit gehen. Jetzt brauchen Sie unbedingt Ruhe. Bleiben Sie im Bett, trinken Sie viel, bekämpfen Sie die Symptome ruhig mit fiebersenkenden und schmerzstillenden Mitteln und schonen Sie sich. Zu viel Aktivität während einer akuten Influenzainfektion kann Ihr Herz schwächen und den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Tun Sie sich selbst den Gefallen und überlasten Sie sich nicht, um bald wieder voll einsatzfähig zu sein.

Auch wenn eine Erkältung meist sehr viel harmloser und unkomplizierter ausfällt als eine Grippe, ist es, solange die Symptome akut sind, durchaus keine Schande, sich krankschreiben zu lassen. Das Immunsystem, das die Erkältungsviren bekämpft, verbraucht eine Menge Energie. Sie sind geschwächt, müde und leisten weniger gute Arbeit. Und mal ehrlich, würden Sie anstelle Ihrer Kollegen wirklich den ganzen Tag den Geruch von Kräutertee und Eukalyptusbonbons ertragen wollen, den Sie vermutlich verströmen?

Soll ich wirklich in jedem Fall zu Hause bleiben?

Für diejenigen, die es trotz allem genau wissen wollen, um sich im Zweifel doch ins Büro zu quälen, gibt es einige Grundregeln, die Sie bei er Einschätzung Ihres Zustandes beachten können: Sollten Sie unter Schnupfen leiden, begutachten Sie Ihr Nasen-Sekret. Ist es hell und durchsichtig, können Sie getrost zur Arbeit gehen. Sollte es aber gelb-grün und verfärbt sein, leiden Sie möglicherweise unter einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) und sollten sich Ruhe gönnen. Bei einem Husten, achten Sie darauf, ob es sich um eitrigen oder trockenen Husten handelt. Eitriger Husten ist ein Anzeichen für eine Bronchitis. Mit Halsschmerzen, die eine Mandelentzündung anzeigen, können Sie getrost ins Büro gehen. Erst wenn zu scheinbar harmlosen Symptomen Fieber hinzukommt, bleiben Sie besser zu Hause. [4]


Grundsätzlich gilt aber: Sie sind so krank, wie Sie sich fühlen. Hören Sie auf ihren Körper. Wenn der Ihnen sagt, sie sollten besser das Bett hüten, dann tun Sie das doch. Rufen Sie im Büro an, kochen Sie sich einen Tee und gönnen sich ein paar Tage Genesungszeit. Vergessen Sie dabei aber nicht die Krankschreibung!

Quellennachweise: [1] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung „Grippe (Influenza)“: http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/grippe-influenza/#c60490 12.02.2015 17:43
[2] D. A. J. Tyrell „Die banale Erkältungskrankheit“ in: D. A. J. Tyrell [Hrsg.] Erkältungskrankheit. Ein Lehrbuch für die Praxis, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart

/ Jena / New York 1996, S. 8ff.
[3] Grippeinfo.de „Tröpfchen-Übertragung von Mensch zu Mensch“: http://www.grippe-info.de/wie_stecke_ich_mich_an/index.jsp 12.02.2015 17:45
[4] Dr. Ron Eccles „Anatomie und Physiologie der oberen Luftwege“ in: D. A. J. Tyrell [Hrsg.] Erkältungskrankheit. Ein Lehrbuch für die Praxis, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart / Jena / New York 1996, S. 29ff.


Das könnte Sie auch interessieren:

Orangen-Zimt-Smoothie - Farbe im Winter
Orangen-Zimt-Smoothie - Farbe im Winter
Keine Zeit? - Wie wichtig ist Bewegung im Alltag?
Keine Zeit? - Wie wichtig ist Bewegung im Alltag?
Mach mal Pause - Kleine Auszeit im Alltag
Mach mal Pause - Kleine Auszeit im Alltag

Kommentar schreiben

Kommentare: 0